Thean Hou Tempel – Ein Blick in die Zukunft

In einem Gewirr von Stimmen ertönt ein lautes Poltern. Holzstäbe gleiten aus meinen Händen und fallen in einen silbrig glänzenden Metallzylinder. Das rascheln von aneinander reibenden Holzstäben ist zu hören als ich einen davon aus dem Zylinder ziehe. Ich öffne eine quietschende Schublade an der Außenseite des Zylinders und nehme ein rosa Stück Papier heraus. Wir verlassen die Gebetshalle. Rote Lampions bewegen sich über unseren Köpfen sanft im Wind und ich werfe einen ersten Blick auf meine Zukunft.

 

Der Thean Hou Tempel liegt ziemlich abgelegen auf einem kleinen Hügel, dem Robson Hill, im Südwesten von Kuala Lumpur. Er wurde in den 1980er Jahren erbaut und ist einer der größten chinesischen Tempel in ganz Malaysia. Er ist der Himmelskaiserin Thean Hou oder wie sie auch noch genannt wird Ma Zu geweiht, um welche sich viele Sagen und Mythen ranken und welche die Schutzgöttin der Seeleute und Fischer ist.

Der imposante Thean Hou Tempel besteht aus vier Ebenen und besitzt eine Vielzahl traditioneller chinesischer Dächer, welche mit prachtvoll gefertigten Drachen und Phönix Figuren geschmückt sind. Erreicht man die vierte Ebene fallen einen sofort die unzähligen Lampions auf die einen leuchtend roten Himmel über den Köpfen der Menschen bilden.

Geht man rechts am Hauptschrein vorbei kommt man zu einem kleinen Steinbrunnen, in dem eine weiße Statue von Thean Hou steht. Hier kommen die Menschen her, um Thean Hous Segen zu empfangen, indem sie das Wasser das aus einem Gefäß in ihren Händen läuft mit ihren eigenen auffangen.

Im Hauptschrein befinden sich drei Altäre, den Hauptaltar ziert die kunstvoll geschmückte Statue von Thean Hou. Links und rechts davon findet man die Statuen der Küstengöttin Sui Wei Sheng Niang (rechts) und der Göttin der Gnade Kuan Yin (links).

Vor den Altaren entdecken wir merkwürdig anmutende Metallzylinder, von denen wir erst nicht genau wissen was sie zu bedeuten haben. Wir beobachten eine Dame, die zuerst Geld in eine Spendenbox wirft, dann die Holzstäbe, die im Metallzylinder stecken in die Höhe hebt und fallen lässt. Danach nimmt sie eines der Stäbchen heraus betrachtet es kurz und zieht dann einen Zettel aus einer der kleinen im Metallzylinder befindlichen Schubladen. Noch immer das Ritual nicht ganz verstanden bitten wir ein junges Mädchen um eine Erläuterung. Sie sagt uns, dass es sich dabei um das Kau Cim Orakel handelt und dass es nach einem oder aber auch mehreren Versuchen einen Holzstab geben wird, der nach dem fallen lassen herausragen wird. Diesen zieht man dann aus dem Zylinder, liest die Ziffer die darauf geschrieben steht und nimmt aus der zugehörigen Schublade einen Zettel heraus. Auf diesem kleinen Stück Papier findet man dann einen Text, der einem verrät was die Zukunft für einen bereithält.

Für alle Neugierigen unter euch, hier ist meiner:

orakel

 

 

 

 

 

 

 

 

Und was soll ich sagen, nach einem langen und steinigen Weg nach unten, bei dem ich dachte er würde nie enden, hat sich im Oktober das Blatt endlich gewendet und es geht wieder bergauf.

Noch ein kleiner Tipp. Vom Tempel aus hat man einen tollen Blick auf die Stadt und abends ist er mit seinen unzähligen Lampions wunderschön beleuchtet, diesen Anblick solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

 

 

Besucht am: 01.03.2015

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