Swe Taw Myat Pagode – Chinthe, Makara und die „Zahnreliquie“ Buddhas

Ich lege meine Hand auf das Geländer der Treppe die ins Innere der Pagode führt und berühre dabei die Schuppen eines mystischen Wesens. Es zeigt mir seine spitzen Zähne und doch habe ich das Gefühl, dass sie niemandem etwas antun können.

 

Die Swe Taw Myat Pagode wird auch noch Buddha Tooth Relic Pagoda genannt und befindet sich auf Yangons Dhammapala Hügel (Maha Dhammapalla hillock). Bei dieser Pagode handelt es sich um ein relativ neues Bauwerk, denn ihre Errichtung wurde erst im Jahr 1995 begonnen. Die Fertigstellung erfolgte 1 Jahr und 10 Monate später.

Der Tempel wurde gebaut um eine Nachbildung eines mutmaßlichen Eckzahn Buddhas zu beherbergen. Die Originalreliquie wird normalerweise in China, in der Nähe von Peking, aufbewahrt und wurde im Jahr 1994 aufgrund eines beidseitigen Freundschaftsprogramms für 45 Tage an das Land Myanmar verliehen. Die Reliquie wurde über den Seeweg nach Myanmar gebracht, was den Burmesen die Möglichkeit bot der Reliquie auf ihrem Weg ihre Verehrung entgegenzubringen.

Da Myanmar selbst zwei Zahnnachbildungen sein Eigen nennt, wurden diese herbeigebracht um sie mit der Originalreliquie zu vereinen, um einen Prozess zu ermöglichen, der als das Annehmen der Körperwärme Buddhas bezeichnet wird.

Nachdem der echte Zahn Buddhas an China zurückgegeben wurde, wurde der Bau von zwei Pagoden beschlossen, die die selbe Größe und Gestalt aufweisen sollten. Eine davon ist die Swe Taw Myat Pagode und die andere die Buddha Tooth Relic Pagoda am Dhammayanthi Hügel (Maha Dhammayanthi hillock) in Mandalay. Jede dieser beiden Tempel beherbergt heute eine der beiden Zahnnachbildungen Buddhas.

Gespannt auf die nachgebildete Zahnreliquie betreten wir die Pagode. Wir sind überrascht wie gepflegt und geschmackvoll alles gestaltet ist, denn wir sind von den Tempeln Myanmars schon ganz anderes gewohnt. So ziemlich alles wurde mit der Farbe Gold ausgemalt, was dem Raum einen eleganten Touch verleiht. Von der Mitte aus glänzt uns ein lavalampenähnliches Gefäß entgegen, dass das Zentrum eines kleinen Schreines bildet. In ihm muss sich die Reliquie befinden. Sie ist mit freiem Auge nur schwer zu sehen, aber man kann eine Reihe kleiner Jadebuddhas erkennen, die rund um die Reliquie angeordnet sind. Der Schrein ist von drei Säulenkränzen umgeben, wobei sich zwischen erstem und zweitem, Buddha Figuren befinden die für die Wochentage stehen und unterschiedliche Mudras (Handhaltungen) zeigen.

Die Pagode besitzt insgesamt neun Eingänge. Jeder der Eingänge wird von je zwei Chinthe (Wächterlöwen) flankiert. Die Treppengeländer zeigen Makara, ein aus der hinduistischen Mythologie stammendes Wasserwesen.

In alten Texten wird der Makara oft mit einem Krokodil oder Delphin assoziiert. Auch wird er manchmal als Mischwesen zwischen Fisch und Elefant beschrieben, wobei der Körper vom Fisch und der Kopf vom Elefanten stammen soll. Wieder andere Quellen bezeichnen ihn als Fabelwesen, welches die besten Eigenschaften vom Elefanten, dem Fisch, dem Krokodil und der Schildkröte besitzt. Er verkörpert den Geist der Fruchtbarkeit und sein Maul ist der Ursprungsort aller pflanzlichen und tierischen Nahrung. Zudem ist er das Reittier der hinduistischen Flussgöttin Ganga.

In der Pagode spielt die Zahl neun eine wichtige Rolle, so sind es wie bereits erwähnt neun Eingänge die ins Innere führen, neun Buddha Statuen, die darin platziert wurden und neun Säulen, die den ersten Ring bilden. Die Pagode besitzt zudem ein fünfstufiges Dach, gefolgt von drei Ringen. Den Abschluss bildet die Sikhara (Turmspitze). Dadurch ergeben sich neun Ebenen. Der Zahl neun wird deshalb so eine große Bedeutung zugeschrieben weil sie die neun Eigenschaften Buddhas repräsentiert (Araham, Sammasambudho, Vijjacaranasampanno, Sugato, Lokavidu, Anuttaro purisa damma sirathi, Sata dava manussanam, Buddho und Bhagava).

Die Pagode ist täglich von 6:00- 18:00 für Besucher geöffnet, der Eintritt beträgt 200 Kyat (~ 14 Cent).

 

 

 

Besucht am: 15.01.2017

 

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