Kyauktalon Kyaung – Am einsamen Pagodenberg

Mitten in der sonst flachen Landschaft ragt ein felsiger Berg empor. Wie er da so steht sieht er unwirklich aus, wie als hätte ihn jemand vor vielen Jahre einfach hier hin geschoben. Auf seinem Gipfel thronen goldglänzende Stupas, zwischen welchen ein Schmetterling auf den sanfte Böen des Windes unaufhörlich seine Bahnen zieht.

 

Es ist Mittag als wir uns mit unserem Roller vom größten liegenden Buddha der Welt, Sein Taw Ya, welcher nur 20 km von Mawlamyine entfert liegt, auf zum nahegelegenen Berg Himeinkanein machen. Außer uns, zwei niedlichen Hundewelpen und einem alten Mönch der am Fuß der Treppe sitzt, die zur Pagode Kyaukalon- Kyaung führt ist niemand da.

Als wir unsere Blick nach oben wandern lassen denken wir noch, dass das Erklimmen dieses Kalkberges für uns keine Herausforderung darstellt, da wir bereits ganz andere Kaliber bezwungen haben. Der Mönch schenkt uns ein freundliches Lächeln als wir an ihm vorübergehen und uns auf den Weg nach oben machen. Es ist brütend heiß, schon nach wenigen Stufen stehen uns die Schweißperlen im Gesicht. Die Sonne heizt die steinernen Stufen auf und von Schritt zu Schritt werden unsere Fußsohlen heißer, bis sie so stark brennen dass wir zu laufen beginnen. Endlich finden wir einen kleinen Schattenfleck, der gerade mal so groß ist dass wir unsere Füße zusammenquetschen müssen um überhaupt draufzupassen.

Was haben wir uns bloß dabei gedacht. Es ist Mittag und wir haben nichts besseres zu tun als eine Pagode zu besuchen, welche am Gipfel eines Berges steht auf den hunderte, brennheiße Stufen hinaufführen.

Gott sei dank liegen die obersten Stufen im Schatten und wir können unser Tempo schließlich zügeln.

Dennoch völlig außer Atem und mit großen Schweißflecken unter den Armen stehen wir endlich oben, auf dem linken der beiden Gipfel des Himeinkanein Berges. Es ist niemand hier, nur wir, und ein großer braun- orangener Schmetterling mit weißen Punkten an den Flügelrändern, der um die goldenen Stupas seine Kreise zieht und sich vom Wind tragen lässt. Ein einsames Glöckchen klingelt durch die warme Brise, welche auch die Blätter, der wenigen Bäumchen deren Wurzeln sich an den schroffen Felsen festklammern, zum rascheln bringt.

Ich sehe dem Schmetterling einfach nur zu und dabei erblüht in meinem Herzen eine Wärme, die ich hier oben nicht zu finden vermochte. Eine Wärme, die sich in meinem ganzen Körper ausbreitet und mich innerlich sowie äußerlich zum lächeln bringt.

Als ich mich nach einer Weile zum gehen wende bin ich einfach nur glücklich und habe das Gefühl, dass alles gut ist um mich herum.

Wir machen uns daran die Stufen hinabzusteigen. Und wieder beginnen unsere Fußsohlen zu glühen, wodurch wir immer schneller werden, bis wir schließlich wieder laufen. Von unten muss es so aussehen als würden wir vor etwas flüchten, wo es doch gar nichts zu flüchten gibt, ganz im Gegenteil. Doch den drei Burschen die uns im Laufschritt entgegenkomme ergeht es nicht viel besser. Als sich unsere Blicke treffen sprechen wir die Sprache die wohl jeder versteht, wir lachen.

Info: Den Roller haben wir uns im Breeze Guesthouse (Strand Road No 6) in Mawlamyine geliehen und für 24 Stunden 15 000 Kyat (~ 11 €) bezahlt. Für beide Sehenswürdigkeiten muss kein Eintritt bezahlt werden. Auf der Strecke steht ein Mauthäuschen an dem alle Mopedfahrer auf der rechten Nebenstraße vorbeidüsen- also auch wir 😉

 

Besucht am: 11.02.2017

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