Jucky

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Früher, bevor ich Nika kannte, habe ich mich für das Reisen nicht sonderlich interessiert, jedoch hat sie es Schritt für Schritt auch zu meiner Passion gemacht, indem sie mich zuerst nach Ägypten und Tunesien schleppte und schließlich nach Thailand, wo der Funke endgültig übersprang.

Ich erinnere mich genau. Ein Sammeltaxi hatte uns auf Koh Samui zehn Minuten zuvor an der Straße abgesetzt, die zum Namuang Wasserfall führte. Wir marschierten in der Mittagshitze die schmale asphaltierte Straße entlang, die zu beiden Seiten von Bäumen und anderen Pflanzen eingeschlossen war. Auf unserem Weg naschten wir ein paar Früchte, die von einem Rambutanbaum gefallen waren, als plötzlich neben uns eine Frau anhielt, die zum Wasserfall unterwegs war und uns fragte, ob wir auf die Ladefläche ihres Pickups springen möchten. Natürlich ließen wir uns nicht zweimal bitten und sprangen auf. Und als wir da so auf der Ladefläche saßen und mir der Wind den Schweiß auf der Stirn trocknete, genau da ist es passiert.

Die meisten Menschen dort führen ein einfaches Leben. Sie haben nicht viel und dennoch bieten sie Touristen, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten, einfach so ihre Hilfe an. In Österreich ist das fast undenkbar. Kaum jemand kommt auf die Idee eine wildfremde Person vom Straßenrand aufzusammeln und ein Stück mitzunehmen. Umso mehr war ich verblüfft, dass es eine junge Frau hier für uns tat.

Nach einer kurzen Fahrt hielt sie den Wagen an und ließ uns unweit vom Wasserfall entfernt abspringen. Wir bedankten uns nochmal herzlich fürs Mitnehmen, doch sie beteuerte erneut mit einem breiten Lächeln im Gesicht, dass es keine Umstände waren und wünschte uns noch eine schöne Zeit.

Im Laufe unserer Reisen sind uns noch viele andere freundliche und hilfsbereite Menschen begegnet, aber dieses Aufeinandertreffen werde ich für immer in Erinnerung behalten.

Was mich ab diesem Zeitpunkt an Asien so faszinierte waren nicht nur die wunderschöne Natur, die atemberaubenden Landschaften, die prächtigen Tempel und die Kultur, sondern vor allem die aufgeschlossene und lebensfrohe Art der Menschen und ihr ursprüngliches und glückliches Leben. Das ist es, was mich verzaubert hat und daran glauben lässt, dass man zum Glücklich sein nicht mehr braucht als das was in einen Rucksack passt und die Menschen die man liebt.